Der Arzt als Unternehmer

Die Spielregeln auf dem Gesundheitsmarkt haben sich grundlegend geändert. Der niedergelassene Arzt steht vor neuen Herausforderungen, denen er mit unternehmerischem Denken und Handeln begegnen muss.

Der niedergelassene Arzt kann heute nicht mehr abwarten, dass der Dreiklang aus

  • Optimaler Patientenversorgung
  • Gesichertes Einkommen
  • Hohe Arbeitszufriedenheit und Motivation

sich automatisch von alleine einstellt. Will er zukünftig gravierende Nachteile vermeiden, muss er etwas unternehmen, d.h. als Unternehmer agieren.

Folgende Schritte sind erforderlich

  1. den Patienten als Kunden ansehen
    • die Bedürfnisse und Erwartungen des "Patienten-Kunden" kennen und Maß- nahmen ergreifen, ihnen zu entsprechen. Zielgröße ist hierbei die Kunden- zufriedenheit. Sie stellt die Grundlage der Kundenbindung und der Kundengewinnung durch Weiterempfehlung dar, dem wichtigsten Marketing- instrument des Arztes
  2. den Markt kennen und beobachten
    • der Arzt als Unternehmer muss seinen Markt kennen. Hierbei stehen Fragen zur Größe seines Marktes, der "Patienten-Kunden-Struktur" und der Wett- bewerber im Mittelpunkt. Durch das Instrument der Markterkundung kann er Marktendenzen frühzeitig erkennen und Chancen nutzen.
  3. die Leistung auf den Markt und Kunden ausrichten
    • eine richtige Positionierung am Markt schafft die Voraussetzungen für den Erfolg. Der Wandel im Gesundheitswesen macht eine gezielte Leistungs- differenzierung zwischen medizinischer Grundversorgung, Komplementär- medizin und Präventions- und Gesundheitsleistungen notwendig. Weitere Aspekte sind Fragen der Qualitätssicherung, Fortbildung und Schulung der Mitarbeiter. Zielgröße ist die Wettbewerbsfähigkeit.
  4. sich auf dem Markt profilieren
    • profilieren heißt, sich bei den potenziellen "Patienten-Kunden" bekannt machen und seine spezifischen Leistungen darstellen. Das Werberecht für Ärzte ist zwar limitiert, aber doch deutlich gelockert worden. Die Profilierung muss in einem schlüssigen Marketingkonzept kommuniziert werden.

Diese Entwicklung wurde von Dr. med. Frank Elste im deutschen Ärzteblatt 2002,
Heft 8 so beschrieben:

"Vor allem steigender Wettbewerb unter den Arztpraxen und zunehmender Wissensdrang der Patienten erfordern künftig den Einsatz moderner Marketinginstrumente. Dabei werden auch Werbung und Patienteninformierung als kommunikativer Teil des Marketings eine wichtige Rolle spielen."